Kriegsbedingte Förderung und Entwicklung der Zuseschen Rechenautomaten
Der Mythos um die Person Zuses wächst.(71) Friedrich L. Bauer, einer der weiteren deutschen Pioniere, billigt diesem sogar einen Platz in der Walhalla neben Mendel und Röntgen zu.(72) In vielen Darstellungen zur Computergeschichte werden Konrad Zuses frühe Entwicklungen gerne als die "Sache eines Einzelkämpfers"(73) bezeichnet. Der englische Technikhistoriker Cardwell sieht Zuse "in der Tradition der eigenfinanzierten Liebhaber des 19. Jahrhunderts"(74). Das weltgrößte Computermuseum, das Heinz-Nixdorf-Museumsforum in Paderborn, beginnt seine Vorstellung der Person Zuses mit den Worten: "Der deutsche Erfinder des Computers, Konrad Zuse, hat seine programmierbaren Rechenmaschinen in eigener Regie, ohne Auftrag und Fördermittel, realisiert."(75) Gewiss muß man seine Leistungen uneingeschränkt anerkennen. Auf vielen Gebieten der Rechentechnik ist er mit seinen Überlegungen und Entwicklungen den Zeitgenossen voraus. Der Frage, ob Zuse seine Rechenmaschinen wirklich "in eigener Regie, ohne Auftrag und Fördermittel" entwickeln kann oder ob nicht doch unterschiedlichste Fördermaßnahmen eine entscheidende Rolle spielen, wird im Folgenden nachgegangen werden.
- Erste Versuchsgeräte und private Förderer
- Exkurs: Die Rechenarbeiten des IPM in Darmstadt unter Alwin Walther
- Rechenmaschinen für die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt
- Die Reichsstelle 'Forschungsführung' und ein Auftrag für das 'Zuse Ingenieurbüro'
- "Umstürzende Vorteile" durch Rechenmaschinen?

